Festnahme — Verhaftung

Soweit jemand von der Polizei fest­ge­nommen wird, muss er/sie spätes­tens am darauf­fol­genden Tag entweder dem Haftrichter/in vorge­führt werden, der entweder einen Haft­be­fehl erläßt, oder frei­ge­lassen werden.

Sobald jemand fest­ge­nommen wird, sollten folgendes beachtet werden:

  • Nehmen Sie Ihr Recht wahr und kontak­tieren Sie sofort einen Vertei­diger oder einen Ange­hö­rigen, der seiner­seits einen Vertei­diger beauf­tragen kann.
  • Machen Sie keine Aussagen, ohne zuvor mit einem Vertei­diger gespro­chen zu haben.
  • Sie sind ledig­lich verpflichtet, Angaben zur Person zu machen. Dies sind der voll­stän­dige Name, Geburts­datum und –ort, Fami­li­en­stand, Wohn­an­schrift und Beruf. Dabei müssen Sie ledig­lich die Berufs­be­zeich­nung angeben. Auskünfte über Ihre wirt­schaft­li­chen Verhält­nisse und Ihr Einkommen oder ihren Arbeit­geber müssen und sollten Sie nicht geben.
  • Im Beisein eines Anwaltes kann dann entschieden werden, ob eine Aussage erfolgt oder z.B. eine schrift­liche Stel­lung­nahme zu den Akten gereicht wird.

Polizei oder Staats­an­walt­schaft können die Frei­heit entziehen durch

  1. vorläu­fige Fest­nahme (§ 127 StPO)
  2. Unter­su­chungs­haft in einem laufenden Ermitt­lungs­ver­fahren (§§ 112 ff. StPO)
  3. Vorfüh­rungs­haft­be­fehl bei Ausbleiben in der Haupt­ver­hand­lung (§ 230 StPO)
  4. Vorfüh­rungs- oder Haft­be­fehl nach Auffor­de­rung zum Antritt der Strafe (§ 457 II  StPO).

Daneben kann es weitere Gründe für eine Verhaf­tung geben, zum Beispiel im Zivil­recht zur Abgabe der Eides­statt­li­chen Versi­che­rung. Auch gegen Zeugen können im Straf­recht Zwangs­maß­nahmen ergriffen werden, wenn sie trotz Ladung in einer Haupt­ver­hand­lung wieder­holt unent­schul­digt nicht erscheinen (sog. Vorfüh­rung).

Ihr Ansprech­partner:

Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Straf­recht Maxi­mi­lian Richter