Sorgerecht

Das während der Ehe bestehende gemein­same Sorge­recht bleibt nach einer Tren­nung und Schei­dung unver­än­dert bestehen. Eine Ände­rung erfolgt ausschließ­lich bei unlös­baren Strei­tig­keiten zu Lasten des Kindes auf Antrag an das Fami­li­en­ge­richt. Oberstes Gebot ist stets das Wohl des gemein­samen Kindes und der geringst mögliche Eingriff in das Eltern­recht. Ist also beispiels­weise der Aufent­halt des Kindes streitig, wird eine Entschei­dung ledig­lich zum Aufent­halts­be­stim­mungs­recht erfolgen. Können sich die Eltern nicht über die reli­giöse Erzie­hung oder die ärzt­liche Behand­lung einigen, wird die Bestim­mung der Reli­gion oder die Gesund­heits­für­sorge einem Eltern­teil alleine über­tragen.

Eine Über­tra­gung des gesamten Sorge­rechts auf einen Eltern­teil wird meist nur in Frage kommen, wenn unüber­brück­bare Gegen­sätze und Kommu­ni­ka­ti­ons­schwie­rig­keiten vorhanden sind und dies dem Wohl des Kindes schadet, bei Miss­brauch oder Miss­hand­lungen durch einen Eltern­teil oder wenn der andere Eltern­teil sein Einver­ständnis erklärt.