nachehelicher Unterhalt

Nach der Schei­dung ist grund­sätz­lich jeder Ehegatte verpflichtet, für den eigenen Unter­halt zu sorgen. Ist dies nicht möglich, kann ein Ehegatte Unter­halt wegen Kinder­be­treuung, wegen Alters oder wegen Krank­heit verlangen, oder er weil keine ausrei­chende ange­mes­sene Erwerbs­tä­tig­keit zu finden vermochte. Für eine Über­gangs­zeit kann bei erheb­li­chen Einkom­mens­un­ter­schieden auch soge­nannter Aufsto­ckungs­un­ter­halt verlangt werden.

Einige von den Gerichten bei Berech­nung des Einkom­mens und des Unter­halts ange­wandten Grund­re­geln sind in den Süddeut­schen Leit­li­nien 2015 enthalten.

Der häufigste und der strit­tigste Unter­halts­grund ist die Kinder­be­treuung. Vom Gesetz fest­ge­legt ist ledig­lich, dass bis zum 3. Geburtstag des gemein­samen Kindes der Eltern­teil, der das Kind betreut, nicht verpflichtet ist, berufs­tätig zu sein, und deshalb den vollen Unter­halt verlangen kann. Auch hat der Bundes­ge­richtshof entschieden, dass danach nicht ohne Über­gang eine Voll­zeit­tä­tig­keit verlangt werden kann. Im übrigen besteht aber ein Unter­halts­an­spruch nur, wenn Billig­keits­gründe vorliegen. Hierbei sind viele Aspekte zu berück­sich­tigen wie Möglich­keit und Qualität der Fremd­be­treuung, Beruf und Arbeitsweg des betreu­enden Eltern­teils, Anzahl der zu betreu­enden Kinder, verein­barte und prak­ti­zierte Rollen­ver­tei­lung in der Ehe.