Kündigung eines Fitnessstudiovertrages

Vor dem Amts­ge­richt München wurde durch unsere Kanzlei eine weitere Entschei­dung hinsicht­lich einer frist­losen Kündi­gung bezüg­lich eines Fitness­stu­dio­ver­trages erstritten. Das Gericht gab unser Mandantin Recht, ihren Fitness­ver­trag fristlos zu kündigen.

Am 11.01.2011 schloss die Beklagte mit der Klägerin einen Mitglieds­ver­trag für die Dauer von 12 Monaten. Die Beklagte hat den streit­ge­gen­ständ­li­chen Vertrag fristlos gekün­digt. Grund der frist­losen Kündi­gung ist eine Verlet­zung, die sich die Beklagte bei einem Klet­ter­un­fall zuge­zogen hat und daher zu Recht die Meinung vertritt, dass sie die Leis­tungen der Beklagten nicht mehr in Anspruch nehmen kann. Die Klägerin sieht die Kündi­gung der Beklagten als ordent­liche frist­ge­rechte Kündi­gung zum Ablauf der Erst­lauf­zeit an und verlangt für die Zeit zwischen der frist­losen Kündi­gung und dem Ende des Vertrages die nicht entrich­teten Mitglieds­bei­träge. Die Klägerin ist zudem der Meinung, dass die Beklagte nicht recht­zeitig gekün­digt hat unter Verweis auf § 314 Abs. 3 BGB. Zudem moniert sie, dass das Leis­tungs­spek­trum der Klägerin ausrei­chende Möglich­keit anbietet, die die Beklagte auch unab­hängig von ihrer Verlet­zung wahr­nehmen könne.

Das Amts­ge­richt München (Az. 122 C 2858/12) führt in den Urteils­gründen aus, dass die Beklagte zur Kündi­gung des Vertrages aus wich­tigem Grund berech­tigt war.

Die weitere Mitglied­schaft im Fitness­studio war der Beklagten aufgrund einer Patell­a­lu­xa­tion nicht zumutbar im Sinne von § 314 BGB.

Die Voraus­set­zungen der Verhin­de­rung der Beklagten in dem ange­ge­benen Zeit­raum sind für das Gericht vorlie­gend nach­ge­wiesen. Aus der ärzt­li­chen Stel­lung­nahme von Dr. med. Mitnacht vom 29.02.2012 bzw. 25.04.2012, ergibt sich, dass die Beklagte am 12.06.2011 eine trau­ma­ti­sche Patell­a­lu­xa­tion links erlitten hat. Ausweis­lich dieser Stel­lung­nahme sowie des Attestes des Allge­mein­me­di­zi­ners Moll vom 13.06.2011 war die Teil­nahme am Fitness-Sport bis auf weiteres nicht mehr möglich. Auch das Attest der Physio­the­ra­peuten steht der Annahme einer dauer­haften Verhin­de­rung nicht entgegen. Zwar wird in Aussicht gestellt, dass nach 6 Wochen die Beklagte voraus­sicht­lich wieder trai­nieren könne, jedoch wird klar­ge­stellt, dass dies ärzt­li­cher­seits nach einge­hender Unter­su­chung bestä­tigt werden müsse.

Die Beklagte muss sich nicht auf redu­zierte Trai­nings­mög­lich­keiten bzw. die Verfüg­bar­keit des Well­ness­be­reichs verweisen lassen. Bei einem Fitness-Vertrag gehen die Vertrags­par­teien davon aus, dass dem Kunden des Fitness-Centers sämt­liche Trai­nings­mög­lich­keiten grund­sätz­lich offen stehen (vgl. so auch AG Rast­statt NJW-RR 2002, 1280–1281). Wenn essen­zi­elle Trai­nings­mög­lich­keiten für den Kunden aus gesund­heit­li­chen dauer­haft Gründen entfallen, verliert der Fitness-Vertrag für den Kunden in der Regel jegliche Bedeu­tung. Der Umstand, dass ein Kunde nach einer Patell­a­lu­xa­tion im Fitness-Center mögli­cher­weise bestimmte kran­ken­gym­nastik-ähnliche Übungen durch­führen kann, ändert daran nichts. Norma­ler­weise wird ein Fitness-Vertrag nicht abge­schlossen, um im Falle der Erkran­kung gänz­lich andere, auf ganz geringe Möglich­keiten redu­zierte Trai­nings­mög­lich­keiten wahr­zu­nehmen. Der geschlos­sene Vertrag sieht zudem auch nicht vor, dass bei nur begrenzter Inan­spruch­nahme der Ange­bote des Studios der Mitglieds­bei­trag entspre­chend verkürzt werden darf.

Fazit: Eine über­zeu­genden Entschei­dung des Amts­ge­richt München. Das Gericht folgt zudem der bislang ergangen Recht­spre­chung.

Fragen Sie uns bei Fragen um Fitness­ver­träge oder das Sport­recht  betref­fend. Ihr Ansprech­partner Maxi­mi­lian Richter