Kinderbetreuung vor der Ehe

BGH Urteil vom 7.3.2012  Az XII ZR 25/10

Selbst wenn ein Eltern­teil einige Jahre vor der Eheschlie­ßung die Kinder­be­treuung gemein­samer Kinder über­nimmt und deswegen eine feste Ganz­tags­stel­lung aufgibt, begründet dies keinen ehebe­dingten Nach­teil, weil die Zeit der vorehe­li­chen Kinder­be­treuung nicht der Ehedauer zuzu­rechnen ist; das Zusam­men­leben in nicht­ehe­li­cher Lebens­ge­mein­schaft vor der Eheschlie­ßung begründet gerade keine recht­lich gesi­cherte Posi­tion.

Ein ehebe­dingter Nach­teil, der dann durch nach­ehe­li­chen Ehegat­ten­un­ter­halt auszu­glei­chen ist, kann sich aller­dings ergeben, wenn die Kinder­be­treuung der durch die Eheschlie­ßung ehelich gewor­denen Kinder fort­ge­setzt wird und der betreu­ende Ehegatte aufgrund der schon vorehe­lich gelebten Rollen­ver­tei­lung auf die Aufnahme einer Erwerbs­tä­tig­keit verzichtet. Der Nach­teil besteht dann darin, dass der die Kinder betreu­ende Ehegatte aufgrund der Rollen­ver­tei­lung in der Ehe eine dauer­hafte Einkom­mens­ein­buße erleidet.

Dörte Schie­der­maier

Fach­an­wältin für Fami­li­en­recht